Rip Deal Scams in Deutschland: Betrugsmasche mit Millionenschäden
Rip Deal Scams gehören zu den professionellsten und schadensträchtigsten Betrugsformen in Deutschland. Die international organisierte Kriminalität verursacht jährlich Schäden in dreistelliger Millionenhöhe, wobei die Dunkelziffer erheblich ist. Die Tätergruppen gehen hochprofessionell vor und haben ihre Methoden in den letzten Jahren an die digitale Wirtschaft angepasst. Aber was genau sind Rip Deals, wer wird zum Opfer und was macht sie so gefährlich?
Wir beraten und vertreten Unternehmer, die Opfer von Rip Deal Scams geworden sind, nach dem die Täter zum Lunch in Como oder Mailand getroffen hatte. Eine hinterlege Krypto-Kaution weg! Eine Seedphrase.. heimlich mitgefilmt! So schnell wird man zum Opfer er Rip-Deal-Täter!
Was ist ein Rip Deal?
Der Begriff „Rip Deal“ stammt aus dem Englischen: „to rip“ bedeutet entreißen oder abzocken, „deal“ steht für Handel oder Geschäft. Es handelt sich um eine kriminologische Bezeichnung für betrügerische Tathandlungen, bei denen Opfer von vermeintlich seriösen Geschäftsleuten um hohe Geldsummen gebracht werden. Diese Betrugsform umfasst Betrugs-, Raub- und Diebstahlsdelikte, die alle nach einem ähnlichen Muster ablaufen.
Das typische Vorgehen beginnt damit, dass die Täter als Käufer oder Investoren auftreten und Kontakt zu Personen aufnehmen, die hochwertige Objekte wie Immobilien, Luxusgüter, Kunstwerke oder Unternehmen zum Verkauf anbieten. Die Kontaktaufnahme erfolgt häufig über Internetinserate, berufliche Netzwerke wie LinkedIn, scheinbar zufällige Zuschriften bei WhatsApp oder Zeitungsannoncen.
Die klassische Rip Deal Masche
Die Täter folgen einem bewährten Ablaufschema, das in mehreren Phasen verläuft:
Erste Kontaktaufnahme: Ein Betrüger, getarnt als potenzieller Käufer, reagiert auf eine Immobilien- oder Verkaufsanzeige und zeigt großes Interesse. Er tauscht Kontaktdaten aus, wobei es sich um Prepaid-Karten und falsche E-Mail-Adressen handelt.
Vertrauensaufbau: Der vermeintliche Käufer akzeptiert den Verkaufspreis sofort, ohne zu verhandeln, oder bietet sogar mehr als verlangt. Er gibt vor, im Auftrag eines vermögenden ausländischen Investors zu handeln und aufgrund von Zeitmangel nicht nach Deutschland reisen zu können. Das Opfer wird ins Ausland zu einem Treffen eingeladen, wobei die Täter alle Kosten für Flug und Hotel übernehmen, um Misstrauen abzubauen.
Das Treffen im Ausland: Die Betrüger treten in seriösem Ambiente auf, häufig in vornehmen Hotels. Sie präsentieren sich als wohlhabende Geschäftsleute mit gepflegtem Auftreten. Im entscheidenden Moment lenken sie das Gespräch auf ein lukratives Nebengeschäft – klassischerweise ein Devisentauschgeschäft, oft Euro gegen Schweizer Franken.
Der Betrug: Zunächst findet häufig ein Tausch geringer Summen statt, um das Vertrauen des Opfers zu gewinnen. Beim Tausch größerer Summen verschwinden die Täter entweder mit dem Geld, oder sie übergeben dem Opfer Bündel, bei denen nur die obersten Scheine echt sind. Manchmal werden auch vollständige Fälschungen oder Papierschnipsel übergeben. Die Täter sind teilweise gewaltbereit und drohen mit Waffengewalt.
Ermittlungen gegen Rip-Deal-Betreiber in Österreich
Die Verfolgung von Rip Deals stellt einen besonderen Schwerpunkt der Polizeiarbeit in Wien dar. Die österreichische Hauptstadt gilt seit Jahren als ein bevorzugter Schauplatz für die finale Abwicklung dieser komplexen Vorauszahlungsbetrügereien, bei denen Täter oft luxuriöse Hotels oder kurzfristig angemietete Büros als seriöse Kulisse für die fingierten Geldübergaben nutzen. Aufgrund der hohen Fallzahlen verfügt insbesondere das Landeskriminalamt Wien über spezialisierte Ermittler mit umfassender Expertise, die diese meist international agierenden und hochprofessionellen Tätergruppen intensiv und oft in enger grenzüberschreitender Kooperation verfolgen.
Das LKA Wien sucht diesen Mann im Alter von geschätzt 15 bis 25 Jahren. Ein 31-jähriger Wiener fiel auf einen sogenannten Rip Deal herein – der Schaden: ein fünfstelliger Eurobetrag – konkret 86.000 Euro – in Kryptowährung. Jetzt wurden Fotos von dem mutmaßlichen Betrüger veröffentlicht!

Rip Deal 2.0: Die Kryptowährungsvariante
Mit der Verbreitung von Kryptowährungen hat sich eine modernisierte Variante entwickelt, die als „Rip Deal 2.0“ bezeichnet wird. Statt Bargeld gegen Falschgeld zu tauschen, stehen heute oft hohe Kryptobeträge in Bitcoin oder Ethereum im Fokus.
Bei dieser neuen Masche werden Opfer in komplexe Finanzierungs- oder Investmentkonstruktionen eingebunden. Die Täter verlangen als „Liquiditätsnachweis“ die Übergabe von Edelmetallen oder fordern die Opfer auf, Krypto-Wallets anzulegen. Sie bestehen darauf, dass Provisionen oder Anzahlungen auf digitale Geldbörsen transferiert werden. Sobald das Geld oder die Kryptowährung überwiesen ist, heben die Täter das gesamte Guthaben ab und der Kontakt bricht ab.
Teilweise verschaffen sich die Betrüger durch Bildschirmfreigaben Zugang zu den Computern ihrer Opfer und filmen dabei Sicherheitscodes der Krypto-Wallets mit. Technische Schwachstellen in Wallet-Apps oder der Umgang mit Seed-Phrasen und Signaturrechten werden gezielt ausgenutzt.
Aktuelle Fälle und Entwicklungen
Die Ermittlungsbehörden verzeichnen weiterhin zahlreiche Fälle. Im Dezember 2025 nahmen die Staatsanwaltschaft Dresden und die Polizeidirektion Dresden drei Beschuldigte – zwei Serben (36 und 37 Jahre) und eine Schwedin (38 Jahre) – fest, die Mitglieder einer international agierenden Tätergruppierung sein sollen. Die Gruppe soll vermögende Personen und Unternehmensinhaber unter der Legende eines Immobilien- oder Unternehmenskaufs ins Ausland gelockt haben.
Die Beschuldigten sollen ihre Opfer aufgefordert haben, als „Liquiditätsnachweis“ Edelmetalle zu übergeben. Im Gegenzug sollten die Verkäufer Bargeld erhalten – tatsächlich übergaben die Täter ausschließlich Falschgeld. In einem Fall im Juni 2025 in Belgien soll ein Geschädigter Goldbarren im Wert von 140.000 Euro übergeben und Falschgeld in Höhe von 155.000 Euro erhalten haben. Ein weiterer Geschädigter verlor im Juli 2025 in Serbien Goldbarren im Wert von 180.000 Euro und erhielt Falschgeld in Höhe von 680.000 Euro. Eine Transaktion von Kryptowährung im Gegenwert von 60.000 Euro konnte durch polizeiliches Einschreiten verhindert werden.
Im Jänner 2026 fahndete die Wiener Polizei nach einem jungen Mann zwischen 15 und 25 Jahren, der einen 31-Jährigen um mehrere Zehntausend Euro in Kryptowährung gebracht haben soll. Der Täter gab sich als ausländischer Investor aus und brachte das Opfer dazu, ihm Bildschirmfreigabe zu gewähren, wodurch er Zugang zur Krypto-Wallet erhielt und etwa 90.000 Euro erbeutete.
Ein besonders spektakulärer Fall ereignete sich in Österreich, wo ein Salzburger Industrieller Opfer von Bitcoin-Betrügern wurde. Die angeblichen Geschäftsmänner luden ihn nach Malaga und Paris ein und stahlen ihm 40 Bitcoins im Wert von rund 4 Millionen Euro.
Täterprofile und organisierte Kriminalität
Rip Deal-Täter gehören häufig Banden oder Clans aus der Westbalkanregion an, die arbeitsteilig und hochprofessionell vorgehen. Die Täter verwenden falsche Identitäten und Aliasnamen. Sie treten mit mehreren Bandenmitgliedern auf und kundschaften das Gebiet um den Treffpunkt aus, um Fluchtwege zu planen und Kameras zu vermeiden.
Die Schweizer Polizei zählte bereits 2003 insgesamt 300 Mitglieder der organisierten Kriminalität im Zusammenhang mit Rip-Deal-Betrügereien in ihrer Datenbank. Die Tätergruppen agieren international und verfügen über professionelle Strukturen. In Österreich konnte seit 2020 eine spezialisierte „Rip-Deal-Unit Vienna“ in mehr als 100 Fällen ermitteln, mit einer Aufklärungsquote von 80 Prozent.
Welche Schäden entstehen durch Rip Deal Betrug?
Die finanziellen Schäden durch Rip Deals sind enorm. Europaweit wird der Schaden auf 75 bis 100 Millionen Euro jährlich geschätzt. Allein in Deutschland gehen Behörden von über 100 Millionen Euro Schaden pro Jahr bei deutschen Opfern aus. Insider-Schätzungen sprechen sogar von über 1 Milliarde Euro jährlich.
Die typischen Schadenssummen liegen zwischen 100.000 und 300.000 Euro pro Fall. Es wurden aber auch Fälle mit bis zu 10,5 Millionen Euro Schaden dokumentiert. Die österreichische Rip-Deal-Unit konnte seit ihrer Gründung über 10 Millionen Euro Schaden aufdecken und 3,2 Millionen Euro Falschgeld sicherstellen.
Das Dunkelfeld ist beträchtlich, da viele Opfer keine Anzeige erstatten. Die Täter spekulieren oft darauf, dass Opfer Schwarzgeld einsetzen oder sich auf unlautere Geschäfte einlassen wollten, weshalb diese den Weg zur Polizei aus Scham oder Angst scheuen. Auf einen angezeigten Fall kommen schätzungsweise zehn bis 20 ungemeldete Fälle.
Strafrechtliche Einordnung von Rip Deals
Rip Deals erfüllen den Tatbestand des Betrugs nach § 263 StGB. Wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen eines anderen durch Vorspiegelung falscher Tatsachen beschädigt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
In besonders schweren Fällen – etwa bei gewerbsmäßigem oder bandenmäßigem Handeln – ist die Strafe Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren. Wer den Betrug als Mitglied einer Bande gewerbsmäßig begeht, wird mit Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren bestraft.
Hinzu kommt häufig der Tatbestand der bandenmäßigen Geldfälschung, gerade bei OTC Handel, wenn man sich vor Ort gemeinsam trifft. Die Gerichte verhängen in verurteilten Fällen teils erhebliche Strafen. Ein Beispiel aus dem Landgericht Hildesheim zeigt eine Gesamtfreiheitsstrafe von vier Jahren wegen gewerbsmäßiger Geldfälschung in Tateinheit mit Betrug. In einem Fall aus Leipzig wurde ein Vermittler zu drei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt. Die österreichische Rip-Deal-Unit erwirkte neun Verurteilungen zu insgesamt 29,5 Jahren unbedingter Freiheitsstrafe.
Prävention und Schutzmaßnahmen
Die Polizei gibt folgende Präventionstipps:
Seien Sie misstrauisch, wenn ein Käufer bereitwillig auf den veranschlagten Kaufpreis eingeht, ohne zu verhandeln, oder sogar mehr bietet als verlangt.
Reisen Sie nicht ins Ausland für den Verkauf eigener – vor allem luxuriöser – Gegenstände. Höchste Alarmstufe besteht, wenn die Geschäftsabwicklung im Ausland stattfinden soll.
Stellen Sie Nachforschungen an über Ihre Geschäftspartner und lassen Sie sich Referenzen vorweisen. Geben Sie sich nicht mit einer ausländischen Handynummer oder E-Mail-Adresse zufrieden. Lassen Sie sich Ausweisdokumente zeigen und notieren Sie die Daten.
Werden Sie stutzig, wenn jemand Geld in Geld mit hohem Verlust tauschen möchte oder wenn Transaktionen von Bargeld oder Kryptowährungen vorgeschlagen werden.
Seien Sie vorsichtig bei Kaufzusagen ohne vorherige Besichtigung des Kaufobjektes.
Wenden Sie sich bei Misstrauen an die nächste Polizeidienststelle und sehen Sie von anstehenden Geschäften ab.
Was tun als Opfer bei Rip Deals?
Falls Sie Opfer eines Rip Deals geworden sind, sollten Sie:
Unmittelbar Anzeige erstatten: Verständigen Sie sofort die lokale Polizei am Tatort und erstatten Sie Anzeige. Fordern Sie Kopien der Anzeige an.
Auch im Inland Anzeige erstatten: Erstatten Sie nach einem Rip Deal jedenfalls auch im Inland Anzeige, nicht nur im Ausland. Dies ist wichtig für die grenzüberschreitende Strafverfolgung.
Schnell handeln: Bei Kryptowährungen sind ohne sofortige Sicherungsmaßnahmen die Werte in Sekundenschnelle unwiederbringlich verteilt. Je schneller gehandelt wird, desto höher sind die Chancen auf Vermögensrückholung.
Die Strafverfolgung ist allerdings komplex, da die Täter international agieren und Gelder blitzschnell über mehrere Plattformen bewegt werden. Die internationale Rechtshilfe ist aufwendig und langsam, und oft nur in einem kleinen Teil der Konstellationen erfolgversprechend. Die Diskrepanz zwischen der offiziellen Aufklärungsstatistik und der tatsächlichen Chance, Geld zurückzubekommen, bleibt bestehen.
Wie kann ein Anwalt bei Rip Deal Betrug helfen?
Ein „Rip Deal“ ist eine besonders perfide Form des Vorauszahlungsbetrugs, bei dem Opfer oft um enorm hohe Summen gebracht werden. Die Täter agieren dabei meist international, hochprofessionell und skrupellos. Wer Opfer eines solchen Betrugs geworden ist, muss schnelles Handeln priorisieren. In dieser Situation ist ein auf Wirtschaftsstrafrecht, Betrug oder Bankrecht spezialisierter Rechtsanwalt der wichtigste Partner, da die komplexen internationalen und finanztechnischen Aspekte dieses Delikts die Kompetenzen eines allgemeinen Anwalts oft übersteigen.
Die erste Aufgabe des spezialisierten Anwalts besteht in sofortigen Maßnahmen zur Schadensbegrenzung und Stabilisierung der Lage unmittelbar nach der Tat. Dazu gehört primär ein absoluter Kommunikationsstopp zu den Tätern. Der Anwalt wird anweisen, jeglichen Kontakt abzubrechen, um weitere Forderungen der Betrüger unter neuen Vorwänden zu unterbinden; falls nötig, übernimmt der Anwalt die Kommunikation. Parallel dazu leitet er die gerichtsfeste Sicherung aller relevanten Beweismittel an, von elektronischen Nachrichtenverläufen (E-Mails, WhatsApp) und Telefonnummern bis hin zu Gedächtnisprotokollen von Treffen und Finanztransaktionsbelegen. Besonders kritisch ist der Umgang mit Falschgeld, das bei vielen Rip Deals – insbesondere bei Devisentauschgeschäften – übergeben wird. Ein Anwalt wird das Opfer dringend davor warnen, dieses sogenannte „Facsimile“-Geld zur Bank zu bringen oder auszugeben, da dies eine eigene Straftat (Inverkehrbringen von Falschgeld) darstellen würde. Stattdessen koordiniert er die korrekte Übergabe an die Polizei.
Da es sich bei Rip Deals um schwere Straftaten wie gewerbs- und bandenmäßigen Betrug handelt, ist im nächsten Schritt die enge Zusammenarbeit mit den Strafverfolgungsbehörden essenziell. Der Anwalt erstattet nicht nur eine einfache Anzeige, sondern verfasst eine detaillierte, juristisch fundierte Strafanzeige. Dadurch wird der Sachverhalt klar strukturiert und die Chance erhöht, dass Staatsanwaltschaft und Polizei den Fall priorisieren. Da Täter und Beute sich oft im Ausland befinden, weiß ein erfahrener Anwalt, wie Druck ausgeübt werden kann, damit notwendige internationale Ermittlungen und Rechtshilfeersuchen (z.B. über Europol) eingeleitet werden. Zudem nimmt der Anwalt als Nebenklagevertreter Akteneinsicht, um den Ermittlungsstand zu prüfen, und bereitet das Opfer professionell auf Zeugenaussagen vor, um Missverständnisse oder eine versehentliche Selbstbelastung zu vermeiden.
Das Hauptziel des Opfers, die Rückgewinnung des verloren gegangenen Geldes, ist meist der schwierigste Teil, da die Täter die Beute schnell waschen und verschleiern. Anwälte arbeiten hierfür oft mit spezialisierten forensischen Buchhaltern oder privaten Ermittlern zusammen, um im Rahmen des sogenannten „Asset Tracing“ Geldflüsse über Ländergrenzen hinweg – sei es auf Bankkonten, in Krypto-Wallets oder Firmengeflechten – nachzuvollziehen. Sobald Vermögenswerte der Täter oder ihrer Strohmänner identifiziert sind, muss schnell gehandelt werden: Der Anwalt versucht, über Gerichte einen „dinglichen Arrest“ oder einstweilige Verfügungen zu erwirken, um Konten sofort einzufrieren, bevor das Geld weiterbewegt wird. Parallel dazu werden zivilrechtliche Schadensersatzforderungen geltend gemacht, um einen vollstreckbaren Titel gegen die Täter zu erwirken, der 30 Jahre lang gültig bleibt.
Ein weiterer wichtiger Aspekt der anwaltlichen Tätigkeit ist die Abwehr eigener Haftungsrisiken für das Opfer. Betroffene von Rip Deals geraten manchmal selbst ungewollt ins Visier der Justiz. Dies kann geschehen, wenn sie beispielsweise Gelder von den Tätern auf ihrem Konto empfangen und weitergeleitet haben, was zu Ermittlungen wegen Geldwäscheverdachts führen kann. Auch der Versuch, das erhaltene Falschgeld einzuzahlen, führt zu strafrechtlichen Ermittlungen gegen das Opfer. In solchen Fällen fungiert der Anwalt als Strafverteidiger, um nachzuweisen, dass das Opfer gutgläubig gehandelt hat und selbst betrogen wurde.
Abschließend wird ein seriöser Anwalt seinem Mandanten auch eine realistische Erwartungshaltung vermitteln müssen. Die Chancen, das gesamte Geld bei einem professionell durchgeführten Rip Deal zurückzubekommen, sind oft gering, da die Täter mit falschen Identitäten aus nicht kooperierenden Ländern operieren und das Geld schnell verschwindet. Dennoch ist die anwaltliche Vertretung entscheidend, um Teilerfolge (z.B. durch Einfrieren von Restbeträgen) zu maximieren, das Opfer vor weiteren schweren rechtlichen Fehlern zu schützen und die psychisch belastende Interaktion mit Behörden professionell abzuwickeln.
Fazit
Rip Deal Scams stellen eine erhebliche Bedrohung dar, die sich durch hohe Professionalisierung und Anpassungsfähigkeit an neue Technologien auszeichnet. Die Entwicklung vom klassischen Bargeld-Betrug zum Krypto-basierten „Rip Deal 2.0“ zeigt, dass sich die Tätergruppen kontinuierlich weiterentwickeln. Für potenzielle Opfer ist höchste Vorsicht geboten, insbesondere wenn Geschäftsabwicklungen ins Ausland verlagert werden sollen oder Kryptowährungstransaktionen gefordert werden. Im Verdachtsfall sollte umgehend die Polizei kontaktiert und auf keinen Fall mit dem Geschäft fortgefahren werden.
Haben Sie Fragen oder sind Sie auch Opfer eines Rip Deal Betrugs geworden? Dann nehmen Sie bitte sofort Kontakt zu uns oder unserem Forensik-Team der Kryptobetrugshilfe.de auf.



